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Die Strukturierung von my-QM® und seiner Komponenten beruht sowohl auf medizinwissenschaftlichen Hintergrund, als auch auf betriebswirtschaftlichen Überlegungen...

Der Systemteil zur Erfassung von Einsatzdaten orientiert sich am weit verbreiteten DIVI-Notarzteinsatzprotokoll, dem DIVI-Intensivtransportprotokoll und dem MIND 2, sowie den Vorgaben des bundesweiten Reanimationsregisters, denn nur durch eine einheitliche Dokumentation von Einsatzdaten kann eine entscheidende Voraussetzung für standortübergreifendes medizinisches Qualitätsmanagement geschaffen werden. Im Einsatz sollte ein schriftliches Einsatzprotokoll trotz der späteren digitalen Erfassung geführt werden, um patienten- und einsatzbezogenen Daten weitergeben zu können. Durch die papiergebundene Dokumentation anhand des Summationsprotokolls wird allerdings die Aussagekraft erfasster Einsatzparameter nicht unerheblich limitiert. Um Behandlungsalgorithmen besser überprüfen zu können, wurde deshalb die Datenerfassung im vorgestellten System als Ablaufprotokoll angelegt.
Als weiterer Punkt der Dokumentation ist es für eine Interpretation der Daten nicht unerheblich, ob eine Maßnahme bereits vor Eintreffen des behandelnden Rettungsmittels durchgeführt wurde oder ob für eine Maßnahme im Behandlungsverlauf eine Kontraindikation bestand (z.B. Medikamentenallergie). Konsequenz aus diesem bisher unberücksichtigten Punkt ist bei my-QM®, dass alle präklinisch erfolgten und bewusst unterlassenen Maßnahmen dokumentiert und der Analyse zugeführt werden können.
Im Analyseteil wird zwischen betriebswirtschaftlichen Analysen und medizinischen Auswertungen unterschieden. Die Interpretation rettungslogistischer Daten ist vorwiegend von taktischem Interesse. So gibt beispielsweise das saarländische Rettungsdienstgesetz vor, dass der Rettungsdienst im abhängigen Bereich so zu planen ist, dass „ein geeignetes Rettungsmittel jeden an einer öffentlichen Straße gelegenen Notfallort innerhalb einer Hilfsfrist von zwölf Minuten erreichen kann und die Hilfsfrist grundsätzlich in 95 von 100…Notfalleinsätze(n) eingehalten werden kann“. Durch eine Überprüfung dieser gesetzlichen Vorgaben der Länder können nicht nur Standortentscheidungen wegen der Anfahrtswege überdacht werden. Bei der Auswertung der uhrzeit- und jahreszeitgebundenen Fahrzeugauslastung können auch im Sinne rationaler Personalvorhaltung Sicherheitsüberschüsse zur Erfüllung der Vorgaben in den gewünschten 95% der Fälle sinnvoll geplant werden.
Der demographisch-statistische Anteil der Analyse kann nicht nur für Vorhaltung von Arbeitsmaterialien bei sich beispielsweise ergebenden höheren Trauma-Anteilen in den Herbstmonaten herangezogen werden. Er dient vor allem dem Innenministerium als letztlich verantwortlichen Träger des Rettungsdienstsystems als Grundlage für Gutachten zur Morbidität und Mortalität der Bevölkerung. Heraus können für auffällige Krankheitsbilder oder Unfälle Präventionsprogramme zur gesundheitlichen Aufklärung und Prophylaxe entstehen, die unter Kostengesichtspunkten in der Zukunft zu Einsparungen führen sollen. Der Effekt solcher Programme kann in den Folgejahren anhand weiterer Analysen im Vergleich sehr einfach und zeitnah verfolgt werden.
Die medizinische Einsatzinterpretation konzentriert sich darauf, ob ein Patient die für sein Problem optimale präklinische Versorgung erhalten hat. Dies bedeutet geschieht durch diagnosebezogene Auswertungen, wobei das Hauptaugenmerk auf häufige und für den Patienten relevante Diagnosen gelegt wird. Hierzu werden die Diagnosen „Akutes Coronarsyndrom“, „Akuter Schlaganfall“, „schweres und kritisches Schädel-Hirn-Trauma“ und „Polytrauma“ ausgewählt, die im Rettungsdienst knapp 40% der zu versorgenden Patienten ausmachen. Zur Diagnose und Behandlung dieser Krankheitsbilder und Verletzungen haben die jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften detaillierte Empfehlungen festgelegt und notfallmedizinische Algorithmen veröffentlicht.
Aus den Handlungsempfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften wurden Prüfmerkmale abgeleitet, die in ihrer Zusammenschau den Kern der medizinischen Analysen bilden. Sie bilden Anhaltspunkte für die erreichte Prozess- und Ergebnisqualität der außerklinischen Patientenversorgung.

 
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